Was bedeutet das Kürzel „bpa“ bei einem Dampfgarer?

Hierzulande verlieren sich Küchenfreunde in schöner Regelmäßigkeit und immer häufiger in Debatten über Dampfgarer. Dampfgarer sind nunmehr nämlich mitten in der Gesellschaft angelangt und gehören neben einer Küchenmaschine, einem Herd, einer Mikrowelle und vielen anderen Geräten in jede moderne Küche. Das belegen nicht zuletzt die steigenden Absatzzahlen der Küchengeräthersteller in Bezug auf Dampfgarer. Die schier gigantische Auswahl an Modellen stellt viele Kaufinteressenten allerdings auch vor schwerwiegende Entscheidungsprobleme. Diverse technische Merkmale unterscheiden die Geräte teilweise eminent voneinander und so dauert es bei der Auswahl lange, ehe das ideale Modell identifiziert ist. Dieser Beitrag soll eine Entscheidungshilfe darstellen und setzt sich mit einem speziellen Merkmal auseinander: dem Kürzel „bpa“. Wofür steht diese Abkürzung und ist es vorteilhaft oder nicht, wenn „bpa“ in der Liste der Merkmale eines Dampfgarers vermerkt ist?

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Ausgangsstoff zur Synthese polymerer Kunststoffe

Zunächst einige einleitende Worte zur begrifflichen Komponente. „Bpa“ steht ausgeschrieben für „Bisphenol A“. Bisphenol A ist eine im Jahr 1891 entdeckte Chemikalie, die in der Kunststoffindustrie seit vielen Jahren, in Deutschland etwa seit den 1950er Jahren, als Ausgangsstoff bei der Synthese polymerer Kunststoffe genutzt wird. Somit ist es beispielsweise bei der Herstellung von Polycarbonat zwingend notwendig. Hierbei dient die Chemikalie als Bindestoff. Weltweit wird circa eine halbe Milliarde Tonnen pro Jahr in den verschiedensten Produkten verarbeitet. Größere Bekanntheit erlangte der Stoff aufgrund seiner Verarbeitung in Babyartikeln namhafter Hersteller.

Problematisch ist, dass schlecht verarbeitetes Bisphenol A nachweislich während des Erhitzens beim Dampfgaren in Nahrungsmittel wie zum Beispiel Reis gelangen kann. Durch die dem Stoff innewohnende östrogene Wirkung kann dies gefährliche Folgen auf den Hormonhaushalt des Nahrungsaufnehmenden haben. Nahrung mit BPA-Zusatz kann schon in geringer Dosis und besonders für Kleinkinder mit schwachem Immunsystem gesundheitsschädlich sein. Wissenschaftler vermuten unter anderem, dass die Einnahme des Stoffes regelmäßig zu Krebsbildung, Gehirn- und Herzstörungen, Diabetes oder einem späteren Übergewicht beiträgt. Um vor allem die Jüngsten vor dem gesundheitsgefährdenden Stoff zu schützen, hat die Europäische Union daher auch im Jahr 2011 den Einsatz von Bisphenol A in Babyartikeln verboten.

„bpa-frei“ als erstes Qualitätsindiz

Aufgrund der oben genannten Punkte empfiehlt sich für Käufer die Anschaffung eines Geräts, welches seitens des Herstellers als „bpa-frei“ deklariert wird. Aktuell trifft dies nur auf einen Bruchteil der erhältlichen Modelle zu. Allerdings steigt der Anteil derzeit enorm, da immer mehr Käufer auf den Bisphenol A-Verzicht wertlegen. Dennoch gilt es zu betonen, dass „bpa-frei“ alleine noch längst keine Kaufempfehlung darstellt. Sofern Bisphenol A nicht verwendet wird, bedarf es schließlich eines Ersatzstoffes wie zum Beispiel Polypropylen, der unter Umständen ebenfalls gesundheitsschädlich sein kann. Mitunter werden Verbraucher mit der „bpa-frei“-Kennzeichnung getäuscht.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass „bpa“ im Zusammenhang mit Dampfgarern für die Chemikalie Bisphenol A steht, welche unter Umständen gesundheitsschädlich ist. Somit sollte die Wahl bei der Kaufentscheidung idealerweise auf ein Gerät mit der Kennzeichnung „bpa-frei“ fallen, obgleich dies kein Freifahrtschein zu einer sinnvollen Auswahl ist. Es lohnt sich in jedem Fall und besonders für Köche mit Kleinkindern im Haushalt, bei der Kaufentscheidung wachsam zu sein und diesen Aspekt bei der Auswahl eines Dampfgarers zu berücksichtigen.